Willkommen auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Verhaltensmodifikation Schweiz (AVM-CH)
Sie sehen die neue Website der Arbeitsgemeinschaft, eines jungen gemeinnützigen Vereines der Schweiz. Die Inhalte auf den Seiten werden fortlaufend ergänzt und sollen sie über unsere Aktivitäten und die kognitive Verhaltenstherapie orientieren.
Kongress in Genf (EABCT)
Weiter …Geschichte der Verhaltenstherapie
Viele Behandlungsmethoden, die heute in der Verhaltenstherapie angewendet werden, sind schon seit Jahrhunderten Kulturgut. Bei den Urvölkern können Rituale als Übungen zum veränderten Verhalten und zur Mutstärkung bezeichnet werden. Durch Übungen erlernen sie das Jagen und die Kontrolle ihrer Angst. Auch heute überwinden sich Kinder immer mal wieder zu Übungen, die eine Art Verhaltenstraining darstellen, wenn sie sich zum Beispiel allein und mit Angst in den dunklen Keller wagen, oder sich doch überwinden müssen, allein Einkäufe zu tätigen.
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie ist eine Form der Psychotherapie mit anerkannt wirksamen, psychologisch begründeten Verfahren zur Behandlung fast aller psychischer Störungen bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern.
Verhaltenstherapie in der Psychiatrie
Das stationäre, therapeutische Setting in der Psychiatrie hat den Vorteil gegenüber ambulanten Therapien, dass die Umgebungsbedingungen für Patienten so gestaltet werden können, dass ein spezifisches therapeutisches Milieu entsteht (Linden et al. 2006).
Für die Verhaltenstherapie hat dies insofern besondere Vorteile, dass korrigierende Erfahrungen als zentrales Therapieelement der Verhaltenstherapie sowie das Erlernen neuer Denk- und Verhaltensmuster begünstigt werden und diese auch therapeutisch begleitet werden können.
Die Mitpatienten sind ebenfalls ein wichtiger Wirkfaktor, da die Patienten durch Gespräche und die wechselseitige Unterstützung innerhalb und außerhalb der Therapieprogramme von einander lernen (Modelllernen). Durch die Mitpatienten sowie das gesamte therapeutische Team wird für den Patienten eine aktive soziale Unterstützung erlebbar, was eine wichtige therapeutische Ressource ist. So kann zum Beispiel dem sozialen Rückzug, einem verbreiteten Symptom bei vielen Störungsbildern, entgegengewirkt werden, indem die Patienten in einem stationären therapeutischen Milieu korrigierende Erfahrungen machen können.
Ein weiterer Vorteil der stationären Verhaltenstherapie besteht darin, dass sich die klar definierte Therapiemethodik und die Therapierationale für Kurzzeitinterventionen gut eignen. Auch die Transparenz als Charakteristika des verhaltenstherapeutischen Prozesses gewährt eine einfache multidisziplinäre Zusammenarbeit, welche heutzutage in psychiatrischen Kliniken weit verbreitet ist. Insbesondere die Kombination von Verhaltenstherapie mit somatischen Behandlungen lässt sich dank einer gemeinsamen Interventionslogik gut vereinbaren. Ein für die heutige Psychiatrie nicht zu verachtender Vorteil der Verhaltenstherapie ist deren bei einer großen Anzahl von Störungsbildern empirisch gut belegte Wirksamkeit.

